Medientipps Woche 49/2020

Lesen Sie hier unsere aktuellen Medientipps der Woche

Neue Romane

  • Baldini, Laura: "Lehrerin einer neuen Zeit"
    Vor allem ihre Mutter ist der jungen Maria Montessori (1870-1952) eine unglaubliche Stütze. Unbeirrt ermuntert sie ihre Tochter, trotz aller Widerstände ein Medizinstudium zu beginnen. Maria schließt, sehr zum Missfallen ihrer männlichen Kommilitonen, als Jahrgangsbeste ab. Als sie bemerkt, wie angeblich schwachsinnige Kinder in der Psychiatrie verwahrlosen, setzt sie alles daran, die Kleinen zu fördern. Sie lässt spezielles Spielzeug anfertigen, beschäftigt sich mit den Kindern und erzielt Erfolge, über die die Welt staunt. Bald eilt ihr der Ruf der Ausnahmepädagogin voraus. Privat hat sie weniger Glück. Sie verliebt sich in einen Kollegen, der ihren immer größer werdenden Erfolgen skeptisch gegenübersteht ... - Die Romanbiografie von L. Baldini alias B. Maly (vgl. ID-A 14/20) bringt den Leser*innen eine Ikone ihrer Zeit auf sehr sympathische, interessante und objektive Art nahe (s. das beeindruckende Nachwort). Der 2. Erzählstrang, das beklemmende Schicksal des Waisenjungen Luigi, unterstreicht eindringlich Montessoris Bedeutung für die Menschheit und verleiht dem Buch einen unwiderstehlichen Touch
  • Jacobs, Anne: "Zeit des Aufbruchs"
    Franziska und Walter leben glücklich miteinander im Gutshaus. Ihre Enkelin Jenny versucht, dem Anwesen zu neuem Schwung zu verhelfen, gemeinsam mit dem Bootsverleiher Ulli. Doch das neue Restaurant läuft nicht gut, und Bauarbeiten im Keller fördern Schreckliches zutage ... Das Gutshaus, Teil 3.
  • Myers, Benjamin: "Offene See"
    England, 1946, ein junger Mann auf der Suche nach sich selbst. Robert sehnt sich nach Freiheit und entflieht der Enge des Elternhauses. Neugierig auf die Welt geht er auf Wanderschaft und lebt von der Hand in den Mund. Sein Ziel ist es, einmal das Meer und die offene See gesehen zu haben, bevor er seinem vorbestimmten Dasein als Bergarbeiter folgt. Unterwegs aber begegnet er Dulcie, einer verschrobenen Alten, die in einem abgelegenen Cottage lebt und Robert mit eigenartigen, ihm fremden Anschauungen konfrontiert. Dulcie führt ihm alternative Möglichkeiten zu leben vor Augen und zeigt ihm die Liebe zur Poesie. Als er einige Handlangerarbeiten für sie erledigt, findet er in einer verfallenen Hütte ein Manuskript der Dichterin Romy Landau. Es stellt sich heraus, dass Dulcie deren Mäzenin und Geliebte war. Feinfühlig und anrührend beschreibt der britische Autor jene Naturbegegnungen Roberts, die ihn später in die Welt der Literatur führen. Voller Poesie reflektiert er über Werte, Selbstfindung und die Kunst, über das Leben und die Freiheit. Für Natur- wie Literaturliebhaber sehr gerne empfohlen.
  • Müller, Anne: "Zwei Wochen im Juni"
    Nach dem Tod ihrer Mutter kommen die zwei Schwestern Ada und Toni zurück in das Haus ihrer Kindheit an der Ostsee. In einer gemeinsamen Aktion wollen sie ihr altes Heim für den Verkauf vorbereiten. Das Aufräumen ist mit vielen Emotionen und Erinnerungen verbunden und das Haus am Meer wirkt immer noch wie ein magischer Ort. Sie haben aber auch ihre persönlichen Probleme mitgebracht. Die korrekte Lehrerin Toni steckt gerade in einer Ehekrise. Ihr Mann hat sie betrogen und sie muss diesen Vertrauensbruch verarbeiten. Die Künstlerin Ada ist die langjährige Geliebte eines Mannes, der sich nicht aus seiner Familie lösen kann und will. In der vertrauten Umgebung ihrer Kindheit kann sich Ada dann zu einer Entscheidung durchringen. Sie wird diese Beziehung ohne Zukunft beenden
(Erstellt am 12. Dezember 2020)