Medientipps Woche 36/2020

Lesen Sie hier unsere aktuellen Medientipps der Woche

Neue Romane

  • Martin, Noah: "Raffael - das Lächeln der Madonna" (Historisches)
    In der Renaissance gab es drei herausragende Künstler: Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael Sanzio aus Urbino. Letzterer kommt auf seinem Weg in viele Städte Oberitaliens, etwa nach Perugia oder Siena, und auf dem Höhepunkt seines Könnens wird er vom Papst nach Rom gerufen. In Siena verliebt er sich unsterblich in die Bäckerstochter Margherita, deren Gesicht immer wieder in seinen Gemälden auftaucht. Doch der adlige und mächtige Bruder des Stadtherren erhebt Anspruch auf sie und sie kann sich nicht widersetzen. Diese unglückliche Liebesgeschichte wird Raffael nicht loslassen. In Rom wird er zum Günstling des Papstes und kann die berühmte Zimmerflucht der Stanzen mit Freskos ausmalen. Immer stärker ist er auch in die Intrigen des päpstlichen Hofes verwickelt und wird von Daniele, seinem Freund aus Kindertagen, der hohe kirchliche Ämter innehat, beschützt. Die faszinierende und blutige Geschichte der italienischen Renaissance bildet den farbigen Hintergrund dieser Biografie.
  • Schlink, Bernhard: "Abschiedsfarten" (Erzählungen)
    Geschichten über Abschiede, die bedrücken, und Abschiede, die befreien, über das Gelingen und Scheitern der Liebe, über Vertrauen und Verrat, über bedrohliche und bewältigte Erinnerungen und darüber, dass im falschen Leben das richtige liegen kann und im richtigen das falsche.
  • Child, Lee: "Der Bluthund" (Thriller)
    Der Ex-Militärpolizist Jack Reacher kann nirgends auf Dauer leben, hat viele Nahkampflehrgänge absolviert und bekämpft mit seinen Fäusten manchmal sieben Gegner gleichzeitig. Erfolgreich, natürlich. Bei einem Pfandleiher stößt er auf einen Abschlussring der Militärakademie West Point, der einen guten Wert darstellt. Er möchte die Trophäe der früheren Besitzerin zurückgeben, was sich als schwierig erweist, da der Ring etliche Stationen hinter sich hat. Auf einmal bekommt er es mit einer kriminellen Organisation zu tun. Killer stehen bereit und wollen ihn ermorden. Doch wer sich mit Jack Reacher anlegt, stand bisher immer auf verlorenem Posten. Der Ring kann schließlich ordnungsgemäß zugestellt werden.
  • Brett, Lily: "Alt sind nur die anderen"  (Bestseller)
    Jeder möchte gerne alt werden, aber kaum einer möchte gerne alt sein. Der körperliche Zusand veschlechtert sich, häufig damit auch das Wohlbefinden, das Gedächtnis schwächelt ebenso wie das Bindegewebe. Lily Brett erzählt von Begebenheiten ihres Alltags, davon, wie sie wildfremden Menschen auf der Straße zuwinkt, weil sie sie mit ihrem Mann verwechselt, und wie sie in einem Speeddating für Senioren gerät, sie erzählt von peinlichen Arztbesuchen und von Mitarbeitern in einem Apple-Store, die sich ihr nur im Doppelpack gewachsen fühlen.
  • Gottlieb, Lori: "Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden" (Erlebnisbericht)
    Die amerikanische Psychotherapeutin und Bestsellerautorin gibt einen tiefgründigen Einblick in das Therapiegeschehen, wobei sie die Beziehung von Patient und Therapeut mit treffendem Witz auslotet. Anhand von literarisierten Fallgeschichten zeigt sie, wie die Kommunikation verläuft und welche Gegenreaktionen in ihr zu den Offenbarungen der Patienten aufsteigen. Zu Wort kommen ein narzisstischer Hollywoodproduzent mit starker Abwehrreaktion, eine junge, schwangere Professorin mit tödlicher Krebsdiagnose, eine suizidale ältere Dame ... Zugleich entblößt sie ihre eigene Lebenskrise und deren Bearbeitung in einer Therapie. Von Anfang an ist man gepackt von ihren den wunden Punkt treffenden, kritischen und auch witzigen Wahrnehmungen, die den Therapieprozess nachzeichnen, in dem der Patient lernt, Verantwortung für das ihm Zustoßende zu übernehmen, woraufhin er sich verändern kann.
  • Lépic, ALex: "Lacroix und der Bäcker von Saint-Germain" (Krimi)
    In Paris findet der jährliche Wettbewerb um das beste Pariser Baguette statt. Auch der Gewinner des Vorjahres, Maurice Lefèvre, nimmt teil. Er gewinnt erneut, wird aber am nächsten Morgen tot in seiner Backstube aufgefunden. Lacroix übernimmt auf gewohnt "altmodische" Weise die Ermittlungen. Er schweift durch die Stadt, spricht mit den Beteiligten und nähert sich der Lösung des Falls durch seine unfehlbare Menschenkenntnis ... - Lépic entführt die Leser*innen nach Paris und beinah ist das Buch mehr ein Stadtspaziergang, so detailliert beschreibt der Autor die Wege des Kommissars. Auch Freunde von kulinarischen Genüssen kommen auf ihre Kosten, da ausführlich die französischen Köstlichkeiten beschrieben werden, die Lacroix zu sich nimmt.
  • Mathieu, Nicolas: "Rose Royal" (Krimi)
    Nicolas Mathieu erzählt von einer späten Liebe mit einem fatalen Ende. Von einer Frau, die zu viel trinkt und sich geschworen hat, dass nie wieder ein Kerl sie ins Elend stürzen wird. Und die einen Revolver in ihrer Handtasche hat.
  • Simon, Titus: "Kleinstadt-Hippies" (Gesellschaft)
    Der Roman spielt in der jüngeren Vergangenheit - vorwiegend in den 1970er-Jahren. Aron Winter ist der Sohn des Holocaust-Überlebenden Jakob Winter. Zusammen mit einer Clique junger Leute, zu der auch seine Klassenkameraden Joschi, Chris, Angie und Mary gehören, versucht er der Enge und dem Mief seines schwäbisch-hohenlohischen Heimatortes zu entkommen. Die Freundesclique experimentiert mit Drogen und freier Liebe, besucht Rockfestivals, nimmt an Demos teil und findet immer wieder in diversen Wohngemeinschaften zusammen. Hauptschauplätze des auf verschiedenen Zeitebenen spielenden Romans, in den auch die Geschichte der Vorgängergeneration einfließt, sind Deutschland, Spanien und Israel. Trotz der teilweise verwirrend vielen Personen, Themen und Zeitsprünge ein fesselnder Rückblick für zeitgeschichtlich interessierte Leser, der das Lebensgefühl dieser Jahre lebendig werden lässt.
  • Seibold, Jürgen: "Schneewittchen und die sieben Särge" (Krimi)
    Robert Mondrian hat keine Lust mehr, Attentäter zu jagen und Staatsfeinde mit bloßen Händen aus dem Verkehr zu ziehen. Deswegen hat er Deutschlands geheimstem Geheimdienst den Rücken gekehrt, sich zur Ruhe gesetzt und eine Buchhandlung gekauft. Doch dann wird ausgerechnet seine Traumfrau des Mordes beschuldigt: Feinkosthändlerin Sonja soll einen ihrer Lieferanten mit einem Apfel vergiftet haben. Um den wahren Märchenmörder zu finden, der nach der Schneewittchen-Tat schon sein nächstes Opfer sucht, das er in den Backofen schubsen oder mit einer Spindel in den ewigen Schlaf schicken kann, wendet Robert gemeinsam mit seinem schusseligen Gehilfenteam seine Fähigkeiten aus Agentenzeiten wieder an.
  • Fitzgerald, F. Scott: "Der große Gatsby" (Klassiker)
    New York 1922. Auf seinem Anwesen in Long Island gibt Jay Gatsby sagenhafte Feste. Er hofft, mit seinem neuerworbenen Reichtum, mit Swing und Champagner seine verlorene Liebe zurückzugewinnen. Zu spät merkt er, dass er sich von einer romantischen Illusion hat verführen lassen. Gatsby wurde zum Sinnbild des amerikanischen Traums und dessen Scheiterns, zum Inbegriff von Aufstieg und Fall.
  • Stanišic, Saša: "Vor dem Fest" (Gesellschaft)
    Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann, der ist tot. Und Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die ihr Dorf zum ersten Mal bei Nacht malen will. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: die Glocken sind weg. Eine Füchsin sucht nach Eiern für ihre Jungen, und Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, findet mehr Gründe gegen das Leben als gegen das Rauchen. Keiner von ihnen will den Einbruch ins Haus der Heimat beobachtet haben. Das Dorfarchiv steht aber offen. Doch nicht das, was gestohlen wurde, sondern das, was entkommen ist, treibt die Schlaflosen um. Erinnerungen und alte Geschichten ziehen mit den Menschen um die Häuser. Sie fügen sich zum Roman einer langen Nacht, zu einem Mosaik des Dorflebens, in dem Alteingesessene und Zugezogene, Verstorbene und Lebende, Handwerker, Rentner und arbeitslose Mythenwesen in Fußballtrikots aufeinander treffen. Sie alle möchten etwas zu Ende bringen, in der ewigen Nacht vor dem Fest.
  • Slaughter, Karin: "Die verstummte Frau" (Thriller)
    Eine Frau wird in Atlanta misshandelt, geschändet und sterbend zurückgelassen. Das sieht nach der Handschrift des Täters aus, der seit acht Jahren im Gefängnis sitzt, aber seine Unschuld beteuert. Agent Will Trent und Sara Linton müssen tief in die Vergangenheit eindringen.