Medientipps Woche 11/2020

Lesen Sie hier unsere aktuellen Medientipps der Woche

Neue DVDs

  • Der Club der singenden Metzger (Drama)
    Ein Metzgerssohn aus Schwaben wandert nach dem Ersten Weltkrieg in die USA aus, wo er dank des familieneigenen Wurstrezepts Fuß fasst und mit anderen Emigranten einen Gesangsverein gründet. Zudem stellt er eine aus Hamburg emigrierte Zirkusartistin als Assistentin seiner Gattin in der Metzgerei ein, erzeugt damit aber eine schwierige Konstellation mit den beiden in ihn verliebten Frauen. Gediegen entfaltetes, ausgezeichnet fotografiertes Auswanderer-Epos, das auf melodramatische Kunstgriffe verzichtet und sensibel Verlust und Fremdheitserfahrungen thematisiert. Zeitgeschichtliche Aspekte treten dabei zugunsten der konzentrierten Figurenzeichnungen in den Hintergrund.
  • Ein ganz gewöhnlicher Held (Komödie)
    Im eiskalten Winter ist die städtische Bibliothek in Cincinnati für die Obdachlosen ein wärmender Zufluchtsort, wo ein empathischer Bibliothekar die Konflikte zwischen den notleidenden Menschen und den regulären Bibliotheksbesuchern zu regeln versucht. Als die extreme Kälte immer mehr Todesopfer fordert, weigern sich die Wohnungslosen, die Bibliothek nach der Schließung zu verlassen. Das ruft Polizei, Politiker und die Medien auf den Plan. Ein mit viel Pathos aufgeladenes Plädoyer für Mitmenschlichkeit und Inklusion, das die gegenwärtige politische Stimmung in den USA scherenschnittartig aufnimmt und die Bibliothek als letzte Bastion der Demokratie feiert.
  • Rocketman (Biografie)
    Beim Treffen einer Selbsthilfegruppe bekennt der Rockmusiker Elton John seine jahrelange Abhängigkeit von Drogen und Sex und rekapituliert sein bisheriges Leben: Aus der freudlosen Kindheit und den ersten Kontakten mit klassischer Musik erwächst über die Begegnung mit dem Songschreiber Bernie Taupin und eine Reihe von Charthits der kometenhafte Aufstieg zum Superstar mit extravagantem Outfit. Rauschende Musical-Biografie über den flamboyanten homosexuellen Rockmusiker mit prächtigen Kostümen und vielen Evergreens, in der Elton Johns Lebensstationen in stilisierte Auftritte aufgelöst werden. Die in der Hauptrolle furios interpretierte One-Man-Show kreist harmonisch in ihrer eigenen Welt, in der das gesellschaftliche Außen ausgeblendet wird.